Batschka - Balkan

Textcollage von Otto Tolnai’s Erzählungen

Deutsche Übersetzung von György Buda und Géza Deréky

„Und was,“ fragte sie, als sie den Ausdruck von Wollust und Fassungslosigkeit in meinem Gesicht erblickte, „was, wenn wir dann aneinander hängen wie die Hunde?“ “Was soll schon sein? Wir schleppen einander eben hin und her.“

Batschka Balkan benennt die Landschaft in den Erzählungen „Brilliant“ und „Was, wenn wir hängen wie die Hunde?“ von Ottó Tolnai aus der Vojvodina. Die szenische Bearbeitung von Andreas Kosek zeigt die theatralische Umsetzung zweier Biographien; eines Mannes und einer Frau. Ein statisches "road movie" im leeren Raum, irgendwo zwischen Salzsteppe und Tiefebene, dort wo des westeuropäischen Bürgers Geographie endet und die Mythenbildung beginnt. Die beiden Desperados dekonstruieren die ihnen zugedachten Lebensentwürfe derart konsequent, dass schallendes Gelächter ebenso wenig ausbleibt, wie zutiefst berührende Wehmut. Wie die Gastarbeiterin, die in Deutschland beim Spargelstechen und Weinlesen begann Maulwurfsbrillanten zu sammeln und nun von Kartons und Styropor aus ihrer Behausung gedrängt wird. Sie ruht in sich, ist ihre beste Zuhörerin und träumt von einem Kleid aus Orangenseiden. Ganz anders der Hirte in der Dorfschenke, der von der Gewehrkugel schwadroniert, die in ihm herumwandert und vom Mösenmoos, um das all seine Fantasien kreisen. Begleitet werden die beiden vom ungarischen Primas András Fekete.

teatro caprile
wird seit 1993 von der Schauspielerin Katharina Grabher und dem Theaterwissenschaftler, Schauspieler und Regisseur Andreas Kosek betrieben. Es ist eine der vielen Gruppen ohne eigene Bühne in Wien. Diese Unabhängigkeit erlaubt es, für jeden Text passende Räume zu finden sowie Stücke, zum Teil als Stationentheater, für spezielle Locations zu entwickeln - auch in den Bundesländern. Die site-specific-Projekte fanden z.B. in alten Bürogebäuden, Weinkellern oder Kirchen statt. Die Kleinheit des Betriebes und die beschränkten Subventionen erlauben 2-3 Inszenierungen pro Jahr, für die auch weitere Mitwirkende engagiert werden.
Regelmäßig wird immer wieder ungarische Dramatik präsentiert. Auf dem Spielplan standen bereits „Hausputz“ von Péter Nádas, „Bilanz“ von Árpád Göncz, die Uraufführung von László Garaczi‘s „Wunderbare Biester“ und „Vaterunser“ von György Schwajda mit dem sie an mehreren bilingualen Schulen in Ungarn gastierten.”
www.teatro.caprile.at.tf


Besetzung:
Die Papiersammlerin - Katharina Grabher
Der Hirte -  Andreas Kosek
Violinen -  András Fekete

Textbearbeitung und Inszenierung: Andreas Kosek
Bühne und Kostüme: Kosek, Grabher, Steinberger

Vorstellungsdauer: 90 min. + eine Pause
 

 

 

MarkCon 2009
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