„Das seh ich schon ein, dass es ungerecht zugehen muss, weil halt die Menschen keine Menschen sind – aber es könnt doch auch ein bisschen weniger ungerecht zugehen.” (Elisabeth aus Glaube, Liebe, Hoffnung)
Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Nationalismus, moralische Fragen: in Stichworten zusammenfasst wirkt das Stück von Ödön von Horváth noch immer mehr als aktuell. Elisabeth ist eine begeisterte, junge Händlerin und hat sich entschlossen, ihre existenzielle Sicherheit eigenständig aufzubauen und ein eigenes Geschäft zu haben. Dazu braucht sie aber einen Wandergewerbeschein. Der kostet aber Geld. An diesem Punkt gerät unsere Protagonistin in einen Teufelskreis. Legal handeln kann man nur mit Genehmigung, aber auch das kostet Geld.
Horváth überhöht die Handlung mit einer grotesken Wendung: Elisabeth versucht dem Anatomischen Institut ihre Leiche zu verkaufen. Praktisch ist das natürlich unmöglich. Als der Präparator des Instituts ihren Plan erfährt, will er ihr aus Mitleid Geld leihen. Elisabeth wurde schon einmal wegen illegalem Handel bestraft und will nun erstmal mit diesem Geld ihre Schulden begleichen. Als der Präparator dies erfährt, zeigt er sie an. Alfons, Elisabeth’s Bräutigam beschützt das Mädchen auch nicht, obwohl er Polizist ist. Seine Karriere ist ihm wichtiger als Elisabeth’s Ehre. Elisabeth findet keinen Ausweg, und will in die Donau gehen…