Maria Stuart
Friedrich Schiller: Maria Stuart Trauerspiel (1800) Mit ungarischem Synchron! „ In meinem Ende ist mein Anbeginn” „En man fin est mon commencemment” – diesen damals noch nicht ganz verständlichen Spruch hatte Maria Stuart (1542-1587) vor Jahren in eine brokatene Arbeit eingestrickt. Nun wird ihre Ahnung wahr. Erst ihr tragischer Tod ist der wahre Anbeginn ihres Ruhmes, nun er wird vor den Augen der Nachwelt ihre jugendliche Schuld tilgen, ihre Fehler verklären.” (Stefan Zweig: Maria Stuart) Auch die Anzahl der literarischen Bearbeitungen in den späteren Jahrhunderten beweisen, dass die Widersprüche im Leben der Maria Stuart sowie ihr tragischer Tod scheinbar unerschöpfliches Material bieten, um sich mit dieser Persönlichkeit auseinanderzusetzen und aus verschiedenen Perspektiven neu zu definieren. Eine vollständige Analyse kann jedoch nur unter Einbezug Elisabeth der Ersten erfolgen mit der sie ein Leben lang konkurrierte und die sie schließlich zum Tode verurteilte. Diese zwei Frauen, die gegensätzlicher kaum sein könnten, bilden das Zentrum des dramatischen Konflikts im Trauerspiel Friedrich Schillers: Elisabeth, die jungfräuliche Königin von England, die ihre Weiblichkeit ihrem Amt geopfert hat, und Maria Stuart, die Königin von Schottland, die von leidenschaftlicher Liebe getrieben ihren Mann ermorden ließ und den Verschwörer Bothwell zu sich auf den Thron geholt hatte. Elisabeth und Maria verkörpern den schärfsten Gegensatz des ausgehenden Mittelalters in der blutigen Auseinandersetzung zwischen Reformation und Gegenreformation: Elisabeth, die den Protestantismus gerade wieder in England hergestellt und in Schottland unterstützt hat, und Maria, die hoffte, beide Reiche unter dem römischen Katholizismus zu vereinen. Sie waren miteinander verwandt und sie waren gesalbte Königinnen, und so war es nahe liegend, dass Maria bei ihrer „Schwester“ Zuflucht suchte, als der schottische Adel sich gegen sie erhob. Anstatt der erwarteten Hilfe, nahm Elisabeth ihre Kusine jedoch in Gefangenschaft, wodurch der Konflikt zwischen den zwei mächtigsten Herrscherinnen dieser Epoche ihren Höhepunkt erreichte. Solang Maria lebte, konnte Elisabeth sich ihrer Macht nicht sicher sein, denn durch die Scheidung ihrer Eltern, Heinrich VIII. und Anna Bolyen hätte sie zum Bastard erklärt werden und somit Maria als legitime Herrscherin Englands auftreten können. Beinahe zwanzig Jahre verbrachte Maria Stuart in englischer Gefangenschaft, ehe Elisabeth das Todesurteil unterzeichnete. Ihr war bewusst, dass diese Entscheidung von großer Bedeutung sein würde: Elisabeth verurteilte die gleichrangige Herrscherin, ihre eigene Kusine zum Tode und inszenierte es auf der Bühne der Welt so, als hätte sie diese Entscheidung nur zum Wohle und zur Sicherheit ihres Reiches getroffen. Wenn ein königliches Haupt zu Unrecht fällt, bestand die Gefahr, dass sich die ganze Welt von der gnadenlosen Königin abwendet und England sogar den Krieg erklärt. In diesem Fall geschah jedoch das Gegenteil, denn das vergossene Blut ihrer Gegnerin belebte Elisabeth. In Folge dessen erlangte England in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht eine neue Epoche in seiner Geschichte – das goldene Zeitalter - , das später eng mit dem Namen Elisabeths verbunden sein sollte und den historischen Stoff auch für Shakespeare’s Dichtungen bot. Nach dem Tod Marias, versprach Elisabeth ihrem Sohn Jakob VI., den Thron nach ihrem eigenen Ableben. Im Gegenzug drängte er England nicht, über den Tod seiner Mutter Rechenschaft abzulegen. Damit erfüllte sich auf paradoxe Weise Marias Wunsch die Krone von Schottland und England in Gestalt ihres Sohnes zu vereinen, der es jedoch nicht vermochte das Reich zu führen und es stattdessen dem Untergang weihte. Besetzung: Regie: Péter Tömöry - Bühnenbild und Kostüme: Melinda Lőrincz
- Musik: Károly Horváth
- Ausführung: Cecília Bohli, György Vida
- Regieassistentin: Viktória Balbach
- Souffleuse: Fanni Szemerédi
- Licht: Balázs Marton
- Ton: Kálmán Szebeni
- Technik: Balázs Kutasi, Viktor Antal, Tibor Imre
- Ankleiderin: Erzsébet Rózsa
- Requisite: Zoltán Máté
- Maske: Tímea Party
Die Vorstellung wird mit der Unterstützung von der Gemeinnützigen Stiftung für die Nationalen und Ethnischen Minderheiten in Ungarn aufgeführt. << Zurück
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